Leben

Vielleicht

Vielleicht.

Ein Wort, dem sehr viel Bedeutung zukommt.

Adverb.

Füllwort.

Ein Wort, welches im alltäglichen Gebrauch oft verwendet wird.

„Vielleicht mache ich das heute noch.“

„Ich weiß noch nicht genau – vielleicht.“

„Vielleicht komme ich …“

Oftmals steckt die Absicht oder der Wille dahinter, eine Aufgabe anzugehen, die ungeliebt ist.

In Zeiten, in denen wir unfreudig sind, klare Entscheidungen zu treffen, verwenden wir vielleicht oft.

Wir relativieren.

Wenn es uns schwer fällt, uns für Dinge zu motivieren, verwenden wir es.

Sind wir unsicher in der Umsetzung von Zielen oder bevorstehenden Aufgaben, verstecken wir uns dahinter, um uns nicht festlegen zu müssen.

Ungewiss.

Möglich.

Gegebenenfalls.

Weder ein klares „Ja“ noch ein deutliches „Nein“ kommt über unsere Lippen.

Vielleicht.

Ein Vielleicht verschafft uns Zeit, lässt uns Freiheit, öffnet uns eine bequeme Hintertür.

Oftmals leider nur für sich selbst.

Denn im kleinen Wort VIELLEICHT steckt auch VIEL ICH.

Bin ICH in der Lage, mich klar zu positionieren ?

Möchte ICH verbindlich sein ?

Habe ICH gerade Lust dazu ?

Wir vertrösten andere Menschen, bringen deren Struktur durcheinander, lassen sie warten.

Es ist manchmal auch einfach VIEL LEICHTer.

Dennoch warten andere auf deine Klarheit, deine Entscheidung, deine Verbindlichkeit.

Beispiel:

Du bist mit einem Freund verabredet. Ihr wollt ins Kino gehen. Er sagt zu dir, dass er es vielleicht schafft, dich zuhause abzuholen.

Du planst deinen Ablauf danach und strukturierst dich nach dem vielleicht deines Freundes. Du nimmst an, dass es für ihn genauso verbindlich ist – also eher zu „Ich hole dich ab“ tendiert.

Fünf Minuten vor der verabredeten Zeit erreicht dich der Anruf, dass sich dein Freund verquatscht hat und du allein zum Kino kommen musst.

Alles von deiner Vorbereitung und Planung war umsonst. Du bist enttäuscht.

Es kommen missverständliche Gefühle auf.

Natürlich passieren diese Dinge im Alltag.

Aber zu viele Interpretationsmöglichkeiten und Missverständnisse machen das kleine „Vielleicht“ zu einem Kommunikationsproblem.

Wir hoffen, dass ungewisse Dinge eintreten.

Wir gehen davon aus, dass sie wahrscheinlich passieren.

Wir schätzen, dass es möglich sein könnte.

Es ist nicht auszuschließen, dass wir etwas tun.

Es kann aber auch sein, dass wir uns anders entscheiden.

Im sozialen Miteinander mache ich mir immer wieder bewusst, wie oft wir relativieren.

Verbindlich zu sein kostet uns Planung, Zeit und Mühe.

Aber es lohnt sich.

Weil es Vertrauen schafft.

Weil wir dadurch zuverlässige Partner und Freunde werden.

Weil wir unser Leben mehr in die Hand nehmen.

Wir machen es uns eben nicht leicht.

Und manchmal kommt es genau darauf an …

 

 

 

 

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  • Antworten Enttäuschungen - The inner me 7. Juni 2018 um 10:51

    […] kennt und weiß, dass er z.B. länger braucht, um auf Nachrichten zu reagieren, reagiert man vielleicht gelassen. Doch bei den Personen, mit denen man vielleicht sowieso innerlich schon einen kleinen […]

  • Antworten Paradox - The inner me 7. Juni 2018 um 11:04

    […] leben jahrelang in stabilen Beziehungen und sehnen uns vielleicht irgendwann wieder nach mehr Abenteuer. Wir wollen alle frei und gleichberechtigt sein, stellen […]

  • Antworten Talente finden und leben - The inner me 3. Oktober 2018 um 21:30

    […] eine Gabe mitgegeben wird. Ob es nun Singen, tanzen, fotografieren, basteln oder zeichnen ist. Vielleicht kannst du gut reden, etwas präsentieren oder andere Menschen führen. Oder du bist ein guter […]

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