Leben

Ich bin dann mal … offline

Foto: Jane

Die meisten von uns haben heute ein schickes Smartphone in der Tasche. Ständig schauen wir nach, ob irgendjemand auf unsere letzte Whatsapp-Nachricht geantwortet hat oder wir die E-mail erhalten haben, dass unser H&M Paket endlich auf dem Weg zu uns ist. Wir erledigen noch schnell ein Geburtstagsgeschenk für den Neffen bei Amazon zu bestellen (wie praktisch, dass die dabei sogar ohne Umweg an die Adresse des Geburtstagskindes senden!) oder eine paypal-Überweisung zu machen.

Die 100. Whatsapp-Gruppe erinnert uns an alle Geburtstagsfeten inklusive der etlichen Nachrichten, was denn nun jeder zum Picknick mitbringen will. Wir sind daueronline. Unsere Generation ist immer und überall vernetzt. Heute lassen wir uns im Hotelzimmer nicht mehr zuerst auf das Bett fallen, um zu testen, ob es sich bequem liegt, sondern schauen schnell in der Hotelinformation wie der W-LAN-Schlüssel lautet, um uns zu verbinden.

Es ist schwer sich aus den Gewohnheiten des ständig Erreichbaren zu befreien.

Gerade, wenn du diese Zeilen liest, bist du online.

Ich bin gern erreichbar, schreibe Nachrichten, telefoniere, vernetze, kommuniziere und organisiere über mein Handy.

Mittlerweile aber nicht mehr jederzeit, jede Stunde, jede Minute.

Ich lasse dann bewusst mein Handy in der Wohnung liegen, wenn ich mit meinem Sohn einen Nachmittagsausflug unternehme oder einkaufen gehe oder wenn ich einfach nur zuhause aufräumen will. Es fühlt sich befreiend an, wenn ich nicht den Drang verspüre, dass ich jetzt etwas verpasse, was mir gerade in dem Moment jemand mitteilen möchte.

Es schärft sich mein Blick für Wesentlicheres.

Mein Kind, wie es auf der Hüpfburg springt, sein Haar in der goldenen Nachmittagssonne glänzt, sein Kinderlachen, was mich filterfrei durchdringt. Den Einkauf, den ich einfach spontan aus dem Bauch heraus erledige – ohne Chefkoch-Rezept-Zutaten nachschauen zu können. Und beim Putzen und Aufräumen hat mir auch noch nie ein Anruf gefehlt…

Manchmal laufe ich dann ohne Verständnis für Zeit und Erledigungsdruck mit meinem Hund unsere Lieblingsrunde, lasse meine Augen in die Natur, auf Blumen und Bienen statt aufs Handy wandern. Ich muss dann keine Handyfotos schießen, ich erlebe die Motive einfach live – Jetzt und hier und ohne Publikum.

Und nun tschüss, du vernetzte, niemals schlafende Welt ….

ich bin dann mal offline.

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