Leben

Vertrauen

Wir alle brauchen es, damit wir uns im sozialen Gefüge wohl fühlen: das Vertrauen.

Vertrauen in uns selbst,
Vertrauen in unsere Entscheidungen,
Vertrauen in andere Menschen.

Das Urvertrauen wird dir in die Wiege gelegt. Wenn nicht oder nur teilweise, kann es dazu kommen, dass du im späteren Leben anfälliger bist für emotionale Spannungen in dir und deinem Umfeld.

Vertrauen ist gut …

Es hilft uns, dass wir uns als Mensch angenommen fühlen und uns in einer Gesellschaft mit anderen zurechtfinden. Wir gehen soziale Bindungen ein, für welche ein gewisses Grundvertrauen notwendig ist. Ohne diesen Vertrauensvorschuss würden wir uns wohl niemals neu verlieben können oder neue Freunde kennenlernen. Haben wir ein geringes Selbstvertrauen, hadern wir oft mit uns und stellen unsere Identität, unsere Fähigkeiten und sogar unsere Entscheidungen schneller und grundsätzlicher in Frage.

… Kontrolle ist besser

Ich habe ein gestörtes Vertrauensverhältnis. Mein Selbstvertrauen hat stark unter der Trennung meiner Eltern, meiner jahrelangen Essstörung und der Trennung vom Vater meines Kindes gelitten. Ich habe mich selbst so lange durchgängig abgelehnt (gefühlt), dass ich erst ganz langsam und durch viele Therapien, Fort-und Rückschritte (wieder) gelernt habe, wie es sich anfühlt, mir und meinen inneren Werten vertrauen zu können.
Und es ist noch immer ein Prozess, der stark davon abhängig ist, wie sicher ich mich im Außen fühle. Unerwartete Handlungen anderer, Trennungen und Verlust verunsichern mich schnell und treffen mich sehr tief, auch wenn ich besser gelernt habe, dies zu verbergen. Schnell fühle ich dann diese starke Ambivalenz, die ich seit jeher kenne.
Mich selbst zu kontrollieren ist meine Reaktion auf diese durchbrechenden Emotionen.

Wie kann ich besser vertrauen ?

Ich habe das große Glück gehabt, dass ich einige tolle Menschen immer an meiner Seite hatte.
Sie haben mich nie in Frage gestellt und mich wieder und wieder aufgefangen. Diese Stützen haben mir immer wieder gezeigt, dass es sich lohnt zu vertrauen. Andere Menschen an sich heranzulassen, die einem nichts Böses wollen. Enge und verbindliche Beziehungen brauche ich bis heute. Sie haben mir stets geholfen zu verinnerlichen, das Vertrauen (wieder) wachsen kann.

Und auch, dass Menschen bleiben – egal, was das Leben mit sich bringt.

Schon in jungen Jahren bauen wir eine Resilienzfähigkeit auf.
Diese bestimmt, wie wir nach Krisen wieder aufstehen, was übrig bleibt und wer wir danach sind.

Steh auf !

Oftmals habe ich mich geschämt für meine Geschichte, meine Belastungen, meine Therapien.
Ich habe Menschen bewundert, die nach einem Schicksalsschlag immer wieder aufgestanden sind. Und die dabei sogar noch über sich hinausgewachsen sind.
Erst heute habe ich verstanden, dass ich auch so ein Mensch bin. Ich bin wieder aufgestanden.
Jeder Rückschlag, jede Krise, jeder Misserfolg hat mich reifen lassen.
Und auch wenn die Schritte noch so klein und zaghaft waren und manchmal immer noch sind, haben sie mich dennoch zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin.
Stärker als ich zuvor jemals hätte sein können.
Um meinem Sohn eine gute Mutter sein zu können – ihm tiefes Vertrauen zu schenken.

Um mir selbst ein guter Freund zu sein – um bei mir selbst zu bleiben.

Vertrauen heißt nicht blind glauben.
Vertrauen heißt gehen, obwohl man sieht.
Anke Maggauer-Kirsche

Diese Stärke kann dir keiner nehmen.
Sie ist in dir und durch all deine Erfahrungen gewachsen. Keiner kann sie negativ bewerten, keiner ist deinen Weg gegangen.
Das Vertrauen, was in dich selbst zurückkehrt, wirst du dann auch anderen schenken können.

Aber erst einmal schenkst du es dir selbst.

ICH FREUE MICH ÜBER DEINEN KOMMENTAR, DEINE ANREGUNGEN, DEINE GEDANKEN