Leben

Gedankenkarussell

Foto: Jane

Wir sind, was wir denken.

Wir ziehen an, was wir denken. Unsere Gedanken formen unser Seelenleben, färben unsere Entscheidungen, haben einen enormen Einfluss auf das, was uns im Leben wichtig ist.
Doch was passiert, wenn wir aus ihnen Spiralen bauen, die sich immer und immer wieder drehen?

Ich zerdenke viele Dinge. Vor allem im zwischenmenschlichen Bereich stelle ich mehr und mehr fest, dass eigene emotionsgesteuerte Gedanken zu ausgeprägter Empathie für Mitmenschen, Freunde, Arbeitskollegen führen. Durch sie kann ich mich in mein Gegenüber einfühlen, Menschen öffnen sich, oftmals vertrauen sie mir Privates an. Ich höre Ihnen zu, frage sie, wie die Dinge zusammenhängen, weil ich sie wirklich verstehen möchte. Dadurch baut sich sehr schnell eine Vertrauensbasis auf.

Das ist eine wertvolle Ressource meiner positiven, gebenden Gedankenwelt.

Leider gibt es auch den anderen Teil in mir. Das analysierende Zerdenken. Alles auseinander nehmen wollen. Zerfühlen, im Kopf zermalmen.

Meine nehmende Gedankenwelt.

Ich habe immer schon gespürt, dass in mir oft besonders tiefe Emotionen abgerufen werden, wenn ich mit Menschen in engerem sozialen Kontakt stehe. Dies schließt Arbeitskollegen ein, mit denen ich mich an der Kaffeemaschine über das erkrankte Kind unterhalte oder die Freundin, die mir traurig erzählt, dass sich etwas in ihrer Beziehung verändert.

Es umfasst mein Kopfzerbrechen über Dinge, die ich nicht ändern kann. Sie bringt Grundeinstellungen durch Erlebtes ins Wanken. Dinge und Situationen müssen bis ins Detail innerlich hinterfragt werden. Wieder und wieder zerdacht werden. Ohne diese Gedankenketten fühle ich mich unsicher, unkontrolliert. Hier schaffe ich es kaum, selbst die Kontrolle über meine Gedankengebäude zu gewinnen.

Manchmal spüre ich in eine Art Traurigkeit, dass sich alles um mich herum stetig weiter bewegt, ohne auf mein Gedankenkarrusel Rücksicht zu nehmen. Ich spüre es dann, wenn ich mal wieder unflexibel auf das spontane Leben da draußen regaiere, weil ich in meinem Kopf noch an einer anderen Stelle Kreise drehe. Es kommt oft vor, dass ich mich gereizt fühle, weil ich noch nicht an dem Punkt bin mich dem Außen zu öffnen.

Mein Kopf suggeriert mir, dass sich gewisse Dinge doch ändern müssten, wenn ich nur ausgiebig darüber nachsinne.
Doch negative Gedanken lösen nichts. Sie schaffen nur Zweifel, dampfenden Müll im Kopf und vernebeln den Blick.

Sie verkleben dir das Herz.

Dennoch fühle ich mich auch zu ihnen hingezogen – gehören sie doch schon so lange zu meinem Inneren.
All das kostet sehr viel Kraft. Meine Gedankenkreise schaffen mich. Sie machen mich trauriger und unbeweglicher im Handeln.

Ich mag Karussellfahren.

Aber ich möchte keine unendlich vielen Extrarunden drehen, davon wird mir schlecht. Und es bewegt sich auch nicht wirklich etwas.
Ich steige nun öfters schon aus meinem persönlichen Gedankenkarussell aus und wähle die „Nullrunde“.

Ich schaffe dies, indem ich in der Situation, die mein Gedankenkarussell in Fahrt bringt, aktiv innehalte und die Gegebenheiten rationaler anschaue.

Kann ich wirklich wissen, was der andere/die andere fühlt? Bestimmt es wesentlich mein eigenes Gefühl dazu ?

Hat er/sie sich unmissverständlich ausgedrückt und welche Gedanken haben ihn/sie zur der Aussage gebracht? Was macht es mit mir ?

Ist es für mein Leben wichtig – jetzt oder in 5 Jahren ?

Können mir einige Dinge/Reaktionen nicht auch „egaler“ sein? Hilft es, wenn ich relativiere ?

Gedankenstopp! Dabei nur atmen.

Mir hat sehr geholfen, in mich reinzuhorchen, ob ich es nicht selbst bin, die durch bestimmte Umstände dazu kommt, zu zerdenken. Und ja, es ist tatsächlich der Fall. Gedankenmühle kommt viel von dir selbst. Wir können unsere Gedanken lernen zu steuern und auch sie mit Positivem zu füttern.

Du bist, was du denkst – das sagte auch schon Buddha:

Wir sind, was wir denken.

Alles, was wir sind,

entsteht aus unseren Gedanken.

Mit unseren Gedanken formen wir die Welt.

Denk doch auch mal drüber nach …

ICH FREUE MICH ÜBER DEINEN KOMMENTAR, DEINE ANREGUNGEN, DEINE GEDANKEN